Collagen

Beim Versuch, die “sichtbare Linie zwischen Himmel und Erde“ zu verändern, begegnen uns viele Schein - und Trugbilder, also Spielräume für den Betrachter.

Diese Spielräume sind nicht an klare Betrachtungsgesetze gebunden, lassen optische Täuschungen zu.

Was im ersten Moment aussieht wie die Konzentration auf eine Nahaufnahme, zielt plötzlich in die Ferne, öffnet  Weiten und Kontraste.

Die Tragweite dieser Arbeiten führt zum Gedanken, dass alles aus allem zusammengesetzt ist und es nur eine Frage der Anordnung ist, wohin unsere Gedanken und unsere Wahrnehmung gelenkt wird.

Immer wieder begegnen wir dem Begriff “Ordnung“.

Ordnung als Inbegriff von “zu-ordnen“ können, also auch ob etwas “ordentlich“ oder “chaotisch“ ist.

Die geschnittenen Bildstreifen sind nach strengem Muster geklebt, also geordnet und werden dennoch als “unordentlich“ empfunden.

Was also löst es aus, dass wir in der Betrachtung, etwas als ordentlich, zugeordnet und somit vielleicht auch als “schön“ empfinden?

Ist es das Wiedererkennen eines “bekannten“ Musters, eine Assoziation durch einen positiven Gedanken, ein “Déja-vu-Erlebnis“ oder Hauptsache wir müssen uns mit nichts Neuem befassen?

Wenn damit erreicht wurde, dass der Betrachter durch die Transformation der Wirklichkeit,
die Zerstückelung der primären Wahrnehmung und das Wieder-zusammensetzen ohne “Horizonte“ keinen Schrecken bekommt, sondern wieder eine neue Wirklichkeit erkennt, ist das Ziel erreicht:

Widersprüchlichkeiten der primären Wahrnehmung aufzeichnen zu können, Horizonte aufzulösen und trotzdem Perspektiven aufzuzeichnen.

Vielleicht liegt in diesem Prozess die wahre Schönheit:

“Nur alleine das Betrachten genügt nicht, der Betrachter will beteiligt werden, braucht Widerspruch und Lösung – um vielleicht neue Horizonte zu öffnen“.

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